LilaLiebe® – Kathy Weber
Was bedeutet LilaLiebe®?
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LilaLiebe® steht für fundierte Bindung – für eine Haltung, in der Eltern und Kinder sich wirklich verstehen können.
Das Konzept wurde von Kathy Weber entwickelt und verbindet die Gewaltfreie Kommunikation (nach Marshall Rosenberg) mit der Bindungstheorie und aktueller Entwicklungspsychologie.
Die LilaLiebe® erklärt die Bedürfniswelt von Kindern und zeigt Eltern, was Kinder in welcher Entwicklungsphase brauchen, um fundierte Bindung zu erfahren und zu selbstbewussten, selbstliebenden, selbstwertvollen, selbstverantwortlichen Erwachsenen heranzuwachsen.
Im Mittelpunkt steht die Idee, dass
hinter jedem Verhalten mindestens ein unerfülltes Bedürfnis steckt
– und dass echte Veränderung erst dann möglich wird, wenn wir dieses Bedürfnis erkennen, ernst nehmen und Wege finden, es zu erfüllen.
LilaLiebe® erinnert uns daran, dass wir die Erwachsenen sind –
und die Verantwortung tragen, auch in schwierigen Momenten präsent zu bleiben.
„Es gibt immer eine Lösung – egal, um was es geht. Wichtig ist nur, dass wir erkennen, welches Bedürfnis gerade unerfüllt ist, und dafür eine passende Strategie finden. Dann läuft es wie am Schnürchen –und genau das ist LilaLiebe:
wenn jeder bekommt, was er braucht.“

— Kathy Weber
Warum es wirklich Sinn macht …
In allen Beziehungen
– und ganz besonders in der Beziehung zu unseren Kindern -
geht es im Kern immer um
Bindung.
Alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse.
Was sich unterscheidet, ist nicht das Bedürfnis selbst,
sondern die jeweilige Bedürftigkeit im Moment.
Kinder brauchen in jeder Phase etwas anderes,
um sich sicher zu binden und ein stabiles inneres Fundament zu entwickeln.
Nach dem LilaLiebe®-Verständnis entsteht Bindung dann,
wenn die Oberbedürfnisse von Kindern
und ihre jeweiligen Unterbedürfnisse
über die verschiedenen Entwicklungsphasen hinweg gesehen und erfüllt werden.
1. Phase: Überleben (ca. 0–2 Jahre)
In der ersten Phase steht das Oberbedürfnis Überleben im Mittelpunkt.
Kinder brauchen hier vor allem Elterliche Fürsorge.
Dazu gehören grundlegende Bedürfnisse wie:
Nahrung, Schlaf, Luft, Bewegung, Nähe, emotionale und körperliche Gesundheit...
Wird dieses Bedürfnis erfüllt, entsteht der erste Teil fundierter Bindung.
2. Phase: Sicherheit (ca. 2–5 Jahre)
Das zentrale Oberbedürfnis ist Sicherheit.
Dafür brauchen Kinder Elterliche Führung.
Führung bedeutet hier,
die Bedürfnisse des Kindes im Blick zu haben
und es liebevoll zu begleiten,
bis es selbst schafft.
Kinder brauchen in dieser Phase besonders:
Schutz, Orientierung, Führung, Autonomie im sicheren Rahmen,
Rituale und Struktur...
Diese Phase gilt als erste Autonomiephase.
Kinder wollen alles selbst machen, ausprobieren und Einfluss nehmen.
Ist das Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt,
spüren Kinder festen Boden unter ihren Füßen
und können die bedingungslose Liebe ihrer Eltern annehmen.
3. Phase: Zugehörigkeit (ca. 6–8 Jahre)
Erst wenn Kinder sich sicher fühlen,
rückt das Bedürfnis nach Elterlicher Liebe in den Vordergrund.
Damit wird das Oberbedürfnis Zugehörigkeit erfüllt
– unter anderem durch Unterbedürfnisse wie:
Liebe, Empathie, Kooperation, Verstehen und Verstanden werden, Zuverlässigkeit...
Diese Phase gilt als zweite Autonomiephase.
Kinder wollen nun selbst entscheiden und mitbestimmen.
Kinder erleben:
Ich gehöre dazu. Ich bin willkommen.
4. Phase: Achtung (ab ca. 9 Jahre / Pubertät)
Hier steht das Oberbedürfnis Achtung im Fokus und wird durch Elterliche Achtung erfüllt.
Unterbedürfnisse sind hier u.a.:
Wertschätzung, Respekt, Integrität, Individualität und Wahrhaftigkeit...
Die Pubertät gilt als dritte Autonomiephase. Kinder und Jugendliche wollen selbst Erfahrungen machen
und als eigenständige Persönlichkeit ernst genommen werden.
Sie erleben:
Ich werde gesehen und respektiert, so wie ich bin.
Diese Phase ist ein wichtiger Baustein
für die Entwicklung eines stabilen Selbst.
Was Kinder daraus entwickeln?
Wenn Kinder in diesen Phasen gut begleitet werden,
entsteht Schritt für Schritt ein stabiles inneres Selbst:
Selbstwert.
Selbstvertrauen.
Selbstbewusstsein.
Selbstliebe.
Selbstbestimmung.
Selbstverantwortung.
Ein Selbst, das weiß:
Ich bin wertvoll.
Ich vertraue mir.
Ich darf ich sein.
Ich bin liebenswert.
Ich darf meinen eigenen Weg gehen.
Ich trage Verantwortung für mich.
Nicht, weil sie „richtig erzogen“ wurden –
sondern weil ihre Bedürfnisse Raum hatten.
Weil sie in Beziehung wachsen durften.

