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Inspirationen & Einflüsse

Eckhart Tolle –
Präsenz in der Elternschaft
Viele Eltern tun jeden Tag unendlich viel für ihre Kinder – sie kümmern sich, organisieren, reagieren, erziehen.
Doch in all dem Tun geht oft etwas Wesentliches verloren: das SEIN.
Eckhart Tolle beschreibt in „Eine neue Erde“, dass unser Tun erst dann wirklich nährt, wenn es aus der Tiefe des Seins entspringt.
Wenn wir nur handeln, ohne im Kontakt mit uns selbst zu sein, entsteht eine Leere – auch in der Beziehung zu unseren Kindern.
Kinder spüren, ob wir präsent sind oder nur funktionieren.
Sie sehnen sich nicht nach „perfekten“ Eltern,
sondern nach Eltern, die da sind – mit wachem Herzen, mit ruhiger Präsenz.
„Tun ist ohnehin nie genug, solange du das Sein vernachlässigst.“
— Eckhart Tolle
Und es geht...
„Während du dein Kind anschaust, ihm zuhörst, es streichelst oder ihm bei diesem und jenem hilfst, bist du wach, still und vollkommen präsent. Du bist das Sein hinter dem Tun.“
— Eckhart Tolle
Bewusste Elternschaft bedeutet deshalb nicht, alles richtig zu machen, sondern im Moment zu verweilen – zu sehen, zu hören, zu fühlen, was gerade ist.
Wenn wir unserem Kind in dieser inneren Stille begegnen, schaffen wir einen Raum, in dem echtes Sein möglich wird.
Dann geschieht das, was keine Methode je leisten kann: Verbindung.

Jesper Juul –
Beziehung statt Erziehung
Viele Eltern fürchten sich vor der Pubertät –
doch sie ist oft nur das Ergebnis der Beziehung,
die bis dahin gelebt wurde.
Kinder, die nie wirklich gehört wurden,
die zu oft funktioniert haben und zu wenig Raum für ihre Autonomie hatten,
beginnen in dieser Phase, um ihre Würde zu kämpfen.
Nicht, weil sie „schwierig“ sind,
sondern weil sie endlich sie selbst sein wollen.
„Beobachte dich selbst:
Sprichst du mit deinem Kind so,
wie du mit deinem besten Freund oder deiner besten Freundin sprechen würdest?
— Jesper Juul

Verena König – Selbstegulation

Das große Thema, das für viele Kinder – und auch für uns Erwachsene – noch
immer ein Fremdgebiet ist: Selbstregulation.
Wie sollten wir wissen, wie das geht, wenn wir es selbst nie erfahren haben?
Wenn wir keine Vorbilder hatten, die uns gezeigt haben,
wie man mit starken Gefühlen umgeht –
mit Wut, Angst, Traurigkeit oder Scham.
In vielen Familien war genau das nicht erwünscht:
die sogenannten „negativen Gefühle“ sollten lieber verschwinden.
Also haben wir gelernt, sie zu unterdrücken,
zu funktionieren, stark zu sein – und uns dabei von uns selbst zu entfernen.
Doch Selbstregulation bedeutet, wieder zurückzufinden.
Zu lernen, unsere inneren Wellen wahrzunehmen,
ohne von ihnen mitgerissen zu werden.
Wenn wir uns selbst regulieren, übernehmen nicht mehr unsere alten Muster das Steuer.
Wir reagieren nicht mehr automatisch,
sondern können wählen,
wie wir mit dem Moment, mit unserem Kind – und mit uns selbst – in Verbindung bleiben.
„Selbstregulation ist gelebte Selbstliebe.
Sie entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Mitgefühl –
mit dem, was gerade in uns ist.“
— Verena König
Gabor Maté –
Trauma und die Kraft der Beziehung
„Trauma entsteht in Beziehungen und heilt in Beziehungen.“
— Gabor Maté

Kinder werden nicht traumatisiert, weil sie verletzt werden,
sondern weil sie mit ihrem Schmerz alleine bleiben.
Trauma entsteht nicht durch das Ereignis selbst,
sondern durch das Fehlen von Verbindung,
durch das Alleinsein im Schmerz.
Um ein Trauma zu erleben, braucht es keine Katastrophe.
Es genügt, wenn Eltern – entfremdet von ihrem eigenen Bauchgefühl –
die Tränen ihres Kindes nicht halten können,
wenn sie schreien lassen, statt zu trösten.
Das Kind verzweifelt – nicht am Schmerz,
sondern an der fehlenden Beziehung.
Nach Gabor Maté haben Kinder zwei Grundbedürfnisse:
Bindung und Authentizität.
Doch wenn ihre Echtheit die Bindung zu bedrohen scheint,
muss das Kind wählen – und entscheidet sich fast immer für die Bindung.
Es unterdrückt Wut, Angst, Trauer,
um die Liebe und Zugehörigkeit zu sichern.
So lernen viele von uns, sich anzupassen,
statt sich selbst treu zu bleiben.
Wir überleben – aber wir verlieren ein Stück Lebendigkeit.
Dami Charf - Bindungstrauma verstehen
– Dami Charf
„Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist – sondern so, wie wir sie erfahren haben.“
Dami Charf spricht von zwei Formen von Trauma:
Schocktrauma
ein einzelnes, überwältigendes Ereignis
Bindungstrauma
entsteht über längere Zeit, wenn wir nicht ausreichend gesehen, gehalten oder reguliert wurden
Bindungstrauma wirkt später überall:
in unseren Beziehungen, in unserer Selbstwahrnehmung, im Stresserleben, im Umgang mit unseren Kindern und anderen Menschen.
Unsere Reaktionen heute sind oft alte Schutzstrategien, die wir als Kinder brauchten, um Nähe, Ablehnung, Konflikte oder Überforderung zu überstehen.
Das erklärt so vieles:
warum manche Menschen schnell in Rückzug gehen
warum andere klammern
warum kleine Momente plötzlich riesig wirken
warum wir in Stress „wie ferngesteuert“ reagieren

